Kirchenchor St. Cyriak Schapbach

 

Der Kirchenchor St. Cyriakus Schapbach

Die erste urkundliche Erwähnung eines Kirchenchores in der Pfarrei Schapbach datiert aus dem Jahre 1787. Josef Jakob Hoffmann, von 1888 bis 1899 Hauptlehrer in Schapbach, zitiert in seinen "Erzählungen aus dem Schwarzwalde" folgende Passage aus den Aufzeichnungen des Fidel Armbruster, Kaufmann in Schapbach ("Krämerfidele") über die Gründung eines Musikvereins: "Pfarrer Markus Benner war ein starker Liebhaber und Versteher im Singen und hat in seinem ersten Jahre darauf gedrungen, eine Orgel in die Kirche zu verschaffen, was auch geschehen ist und hat man dann den Joseph Schremp, einen Sohn des Meßners und Schullehrers Philipp Schremp zum Orgelschlagen abrichten lassen und ebenso zum Gottesdienst und Kirchensingen Sänger und Sängerinnen abgerichtet und sind dann an allen Sonn- und Feiertagen die Meßämter mit Orgelspiel und Singen abgehalten worden."

Pfarrer Markus Evangelist Benner, gebürtig aus Emerfeld, heute ein Ortsteil der oberschwäbischen Gemeinde Langenenslingen, nahm am 9. September 1786 in Schapbach seinen Dienst auf. Die von ihm gewünschte Kirchenorgel wurde 1791 von dem jungen Orgelbauer Mathias Martin aus Münchweier gefertigt. Joseph Schremp konnte seinen Organistendienst nur sieben Jahre ausüben; er starb, erst 27 Jahre alt, am 21. Dezember 1798. Nachfolger wurde sein Bruder Melchior Schremp.

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts weisen immer wieder Einträge in den Kirchenbüchern auf das Bestehen eines Kirchenchores hin. Einen weiteren Beleg finden wir beim Pfarrer und Volksschriftsteller Heinrich Hansjakob. In seinem Büchlein "Abendläuten" erzählt er von einem Zusammentreffen mit dem Hermenazisbur Daniel Armbruster aus dem Holdersbach (heute Danielshof) am 18. Mai 1897 im "Ochsen", wo sich Hansjakob bei seinen Besuchen im Wolftal gerne aufhielt. Nicht ohne Hochachtung notierte Hansjakob, dass der Daniel (Armbruster) heute noch beim Kirchenchor ist, dem er schon über fünfzig Jahre angehört. Chorleiter und Organisten waren meist die örtlichen Schullehrer.

Die beiden Weltkriege und wechselnde politische Verhältnisse hatten immer wieder auch Auswirkungen auf die Chorarbeit. So während des Kulturkampfes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und vor allem während des Dritten Reichs, als kirchliches Engagement schnell zu persönlichen Nachteilen führen konnte. Umso mehr ist die Standfestigkeit einzelner Sänger, beispielsweise Danielsbauer Daniel Armbruster und Albert Brüstle zu würdigen, die auch während dieser Zeit treu zum Kirchenchor standen.

Nach dem 2. Weltkrieg blühte der Kirchenchor wieder auf, vor allem nachdem 1950 mit Josef dietrich ein junger kompetender Musiker und Dirigent den Organisten- und Chorleiterdienst übernahm. In seiner mehr als vierzigjährigen Tätigkeit hat Josef Dietrich den Kirchenchor zu hohen Leistungen geführt und im ganzen kulturellen Bereich Maßstäbe gesetzt. Betrachtet man Fotos aus den neunzehnhundertfünfziger Jahren, so springt einem fast neidvoll die große Zahl junger Sängerinnen und Sänger ins Auge. Die Zeiten haben sich gründlich gewandelt. Heute zählt unser Chor mit einem Durchschnittsalter um die 58 Jahre eher zu den "jüngeren" Chören. Aus Anlass der Feier des 200-jährigen Bestehns eines Kirchenchores im Jahre 1987 wurde dem Chor vom Bundespräsidenten die Zelter-Plakette und vom Allgemeinen Deutschen Cäcilienverband die  Palestrina-Medaille verlehen.

 

Der Kirchenchor St. Cyriakus heute:

Aktive Mitglieder: 33 (davon im Sopran 11, im Alt 11, im Tenor 6, im Bass  5)

Fördermitglieder: 98

Jüngster Sänger: 19 Jahre, ältester Sänger 87 Jahre

Präses: Pfarrer Frank H. Maier

Chorleiter: Martin Schoch

Vorsitzende: Manuela Mayer

Probeabend: Donnerstag im Pfarrheim

Kirchenchor St. Cyriak Schapbach
Kirchenchor St. Cyriak Schapbach